Führung braucht Klarheit.
“Jeder macht, was er will – keiner, was er soll – aber alle machen mit!”
- Die Mitarbeiter und Kollegen tun alles Mögliche, nur nicht das, was sie Ihrer Meinung nach sollten.
- Ihre Kinder rennen durcheinander, nörgeln herum, haben an allem etwas zu mäkeln.
- Gespräche und Verhandlungen enden immer wieder unbefriedigend. Ergebnisloses Herumreden ist die Regel.
Was läuft da schief?
Es fehlt Klarheit. Es fehlt Führung. Es fehlen Ziele.
In unserer hochkomplexen Lebenswelt wirkt immer eine unzählbare Fülle an Eindrücken und Einflüssen auf uns ein. Ständig müssen wir uns entscheiden, worauf wir gerade eingehen wollen, was wir tun möchten und womit wir uns beschäftigen.
Ein Beispiel
Sie sitzen in Ihrem Arbeitszimmer bei einer wichtigen Verhandlung. Plötzlich hören Sie im Vorzimmer das Telefon läuten. Natürlich! Ihre Schwiegermutter wollte doch anrufen, um die Wochenendplanung abzusprechen. Nebenbei dringt durch das geöffnete Fenster das Geschrei Ihrer Kinder, die draußen spielen und sich gerade trefflich streiten.
Was nun?
- Den Verhandlungspartner sitzen und die Kinder schreien lassen, um schnell mit der Schwiegermutter zu telefonieren?
- Oder die Schwiegermutter klingeln und den Verhandlungspartner sitzen lassen um zusammen mit den Kindern zu spielen, weil diese sich dann erfahrungsgemäß beruhigen?
- Oder führen Sie lieber die Verhandlung weiter? Hoffen darauf, die Schwiegermutter später per Rückruf zu erreichen und gehen das Risiko ein, daß Ihre Kinder sich nicht nur streiten, sondern bald auch prügeln?
Angenommen, Sie entscheiden sich für Variante drei: Es kann sein, daß eine halbe Minute später ein so markerschütternder Schrei zu Ihnen hereindringt, daß Sie doch lieber zuallererst nach den Kindern schauen…
Wir müssen uns ständig entscheiden.
Das kostet Energie. Da wir sparsam mit unseren Energien umgehen, machen wir es uns möglichst leicht : Wir legen uns Regeln an, die uns Entscheidungen erleichtern. Oder wir lassen andere für uns arbeiten. Wir schauen, wem wir vertrauen können und orientieren uns dann daran, wie derjenige entscheidet. – Das spart eine Menge Energie!
Wie bei Herrn Lehmann
Angenommen, wir sind bisher gut damit gefahren, zu tun, was uns Herr Lehmann sagte. Wir werden wahrscheinlich auch in Zukunft tun, was Herr Lehmann sagt. – Ob wir ihn besonders sympathisch empfinden oder Angst vor ihm haben bleibt dabei egal: Wir haben gute Erfahrungen damit, uns nach ihm auszurichten.
Was heißt das für Sie?
Genau: Wenn Sie führen wollen, müssen Sie Orientierung geben! Seien Sie verläßlich und treffen Sie fundierte Entscheidungen.
Wenn Sie diese Entscheidungen auch klar kommunizieren, werden Sie führen.
Beispiele gefällig? – Angenommen…
- Sie wissen durch gute Vorbereitung genau, was Sie in einer Verhandlung geklärt haben wollen:
Sie können genau diese Punkte ansprechen und zu einem Ergebnis führen. - Ihre Mitarbeiter sind sicher, daß Sie an Ihren Anforderungen dranbleiben:
Sie werden Ihnen baldmöglichst liefern, was Sie wünschen. (Wer hat schon gern lange seinen Chef an den Hacken kleben?) - Ihren Kindern ist klar, daß Sie erst mit Ihnen spielen werden, wenn Ihre Verhandlung beendet ist:
Ihre Kinder haben ein Interesse daran, Sie ungestört zu lassen, damit Sie schnell fertig sind.
Aha, das ist Ihnen zu einfach?
Stimmt. Schwierig ist es nicht.
Voraussetzung dafür ist jedoch, daß Sie selbst orientiert sind.
Sie müssen wissen, was Sie wollen und was (für Sie) wichtig ist!
Und Ihre eigene Klarheit muß natürlich fundiert sein. Wenn sie bei der erstbesten Anfechtung wie ein Kartenhaus in sich zusammenfällt, haben Sie hier verspielt. Ihre Umgebung wird sich nicht nach Ihnen ausrichten. – Denn: Unklar sind die Anderen selbst – dazu braucht man Sie nicht!
Unterschätzen Sie das nicht!
Klarheit zu erlangen ist nicht schwierig. Das heißt aber nicht, daß es immer leicht sei!
Das können Sie tun:
- In einer akuten Situation:
Entscheiden Sie sich für eine Lösung oder Aussage und bleiben Sie dabei!
Auch wenn Ihre Aussage unangenehme Folgen für Sie hat: Bleiben Sie dabei. - Generell: Verschaffen Sie sich einen Klarheits-Vorsprung.
Arbeiten Sie permanent an sich. Lernen Sie sich kennen. Schauen Sie voraus und bereiten Sie sich vor.
Ach! – Sie haben keine Zeit zum Vorausschauen?
Dann schalten Sie um! Werden Sie vom Feuerlöscher zur vorausschauenden Führungsperson.
Wenn Sie nur Akutsituationen kennen, wenn ständig etwas anbrennt:
Lassen Sie etwas fallen. Entscheiden Sie sich, was den Bach hinunter gehen darf, damit Sie das andere retten können. Wenn Sie mit zwei Händen 9 Dinge festhalten wollen, werden Sie alles verlieren.
Der nachhaltige Weg:
- Finden Sie heraus was Sie antreibt, was ihnen wichtig ist und warum.
(Motive, Werte, Visionen) - Leiten Sie daraus Ihre Ziele ab.
Vom Lebensziel, bis hin zum Ziel in einer konkreten Situation
(Firmenstrategie, Verhandlung, Besprechung) - Machen Sie sich klar, was Sie in einer konkreten Situation erreichen wollen.
(Verhandlungsziel, Arbeitsziel)
Ja, Sie merken schon: Es geht um Entscheidungen!
Die Hauptaufgabe in Führungspositionen ist es, zu entscheiden.
Damit sorgen Sie für Klarheit und Orientierung.
Mehr über Klarheit und Orientierung lesen Sie hier

